Familienzimmer – eine wirklich gute Einrichtung

familienzimmerEin Familienzimmer ist ein Zimmer auf der Wöchnerinnenstation eines Krankenhauses, bei dem der Vater des Kindes gegen eine Gebühr mit aufgenommen wird. Entweder steht dort ein breites Bett, oder zwei Betten werden zusammen geschoben.

Als mir meine Frau von dieser Möglichkeit erzählte, war ich zunächst etwas skeptisch. Schließlich ist es nie schön im Krankenhaus zu sein, und dann noch, wenn man eigentlich überhaupt nicht krank ist. Aber sie wollte unbedingt, dass wir ein Familienzimmer nehmen, um die ersten Tage nach der Geburt nicht allein zu sein mit unserem Nachwuchs. Heute danke ich ihr dafür, dass sie darauf bestand. Es ist eine tolle Erfahrung und ich kann jedem werdenden Vater nur empfehlen dies zu machen, wenn es die Möglichkeit dazu gibt und die Frau natürlich damit einverstanden ist.

Ich habe für jeden Interessierten hier mal die Fakten zum Familienzimmer zusammen getragen:

  • Vorhandensein
    Nicht jedes Krankenhaus bietet überhaupt Familienzimmer an. Informiert euch bei der Wahl des Krankenhauses. Wenn ihr keine Informationen findet, fragt ggf. gezielt nach. Nur wenn die Nachfrage sich erhöht, werden immer mehr Krankenhäuser Familienzimmer ermöglichen.
  • Verfügbarkeit
    Nur weil das Krankenhaus eurer Wahl Familienzimmer hat, heißt dies nicht automatisch, dass ihr auch eins bekommt. Meistens ist die Zahl der Zimmer sehr eingeschränkt, und wenn ihr Pech habt, und gerade viele Geburten vor euch waren, sind alle Familienzimmer belegt. Es ist meistens auch nicht möglich ein Zimmer zu reservieren oder ähnliches, weil eine Geburt (ausgenommen Kaiserschnittgeburten) nicht planbar sind. Dies ist natürlich ein großer Nachteil, aber es ist leider nicht anders einzurichten.
  • Ruhe
    Im Zweifel habt ihr in einem Familienzimmer mehr Ruhe und Zeit für euch als in einem normalen Zimmer. Wenn eure Frau nicht gerade ein Einzelzimmer bucht, ist die Wahrscheinlichkeit groß in einem Doppelzimmer zu landen. Und dort hat man natürlich weniger Ruhe, weil zum einen ein zweites Baby nachts schreit und zum anderen mehr Besuch zu der Zimmergenossin eurer Frau kommt.
  • Kosten
    Ein Familienzimmer wird leider nicht automatisch von den Krankenkassen übernommen. Es kostet je nach Krankenhaus ca 60 Euro pro Nacht (in Einzelfällen auch deutlich mehr oder weniger). Das kann, wie in meinem Fall bei 4 Tagen Aufenthalt schnell mal über 200 Euro werden. Informiert euch ob eure Krankenkasse oder die Krankenkasse eurer Frau teile davon übernimmt. In unserem Fall übernimmt die Kasse 80% der Rechnung.
  • Essen
    Nun ja, es gibt das selbe Essen wie im gesamten Krankenhaus. Und dies ist ungefähr so gut wie sein Ruf. Nicht schlechter, aber auch nicht besser. Also mein Tipp, nehmt euch noch Snacks wie Würstchen (Salami), Waffeln, Müsliriegel oder ähnliches mit. Die Portionen sind auch nicht riesig. Ich bin meistens nicht satt geworden und war froh über eine kleine Ergänzung aus der Verpflegungstasche. Natürlich seid ihr nicht krank, ihr könnt euch auch einfach was zu Essen holen oder in die Kantine gehen, aber man hat da nicht unbedingt den Kopf zu. Außerdem hat man das Essen ja bezahlt und will vielleicht nicht noch mehr ausgeben.
  • Familie
    Ist es euer erstes Kind, so könnt ihr gleich schon im Krankenhaus damit anfangen zu üben wie das neue Leben zu dritt ist. Nicht mehr durchschlafen zu können und eure Frau mit dem Kind zu unterstützen könnt ihr am besten, wenn ihr von Anfang an Tag und Nacht dabei seid.
  • Niemand zu Hause
    Es sollte klar sein: Ihr seid die Zeit über mit eurer kleinen Familie im Krankenhaus und nicht zu Hause. Theoretisch könntet ihr zwar jeder Zeit nach Hause fahren, aber das ist erstens nicht Sinn der Sache und zweitens je nach Entfernung nicht gerade praktikabel.
    Das bedeutet, dass ihr weder was zu Essen einkaufen, noch die Wohnung sauber halten, die Post aus dem Briefkasten nehmen oder auf ältere Geschwisterkinder aufpassen könnt. Ihr müsst euch außerdem genau wie eure Frau auch eine Tasche für die Klinik packen. Dies kann ein Nachteil sein, aber wenn man sich vorher überlegt ein Familienzimmer zu nehmen, dann kann man die Wohnung auch vorher sauber halten und Einkaufen sobald man zu Hause ist. Sollte es nicht euer erstes Kind sein, kommt ein Familienzimmer vielleicht nicht in Frage. Das kommt auf eure Situation an und ob das Kind auch wo anders (zum Beispiel bei den Großeltern) untergebracht werden kann.

Ich hoffe ich habe an alle Vor- und Nachteile eines Familienzimmers gedacht und konnte dem einen oder anderen die Entscheidung für oder gegen ein Familienzimmer leichter machen.

One thought on “Familienzimmer – eine wirklich gute Einrichtung

  1. Von der Möglichkeit eines Familienzimmers direkt im Krankenhaus lese ich jetzt zum ersten Mal. Ich finde die Möglichkeit aber äußerst sinvoll, wenn man zum Beispiel als Vater eine lange Anfahrt hat oder der Mutter zum Beispiel ein wenig mehr Ruhe zu gönnen als in einem Mehrbettzimmer mit anderen Müttern und Kindern. Und zudem ist es sicherlich ein positives Erlebnis , wenn beide Elternteile gleich nach der Geburt zusammenbleiben und der Vater nicht abends allein nach Hause fährt. Wenn bei unserem ersten Kind in Zukunft die Möglichkeit dazu besteht, würde ich es wohl auch in Anspruch nehmen, erst recht wenn die Krankenkasse es finanziell unterstützen würde.

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